Syburg - "Kloster" und Petersbrunnen Übersicht

"Kloster" und Petersbrunnen (11)

Das Fachwerkhaus, im Volksmund Kloster genannt, scheint im Ursprung das älteste Wohnhaus Syburgs zu sein. Bisher konnten gewisse Anzeichen eines frühen Klosters in Syburg, bestehend aus einem Gebäudeensemble, zu dem auch dieses Gebäude inkl. eines Brunnens gehört hätte, nicht bestätigt werden. Der Überlieferung nach diente es in der vorreformatorischen Zeit Mönchen aus Soest bzw. Paderborn als Wohnung. Die Mönche hatten die Aufgabe, Pilger und Wallfahrer, die Hohensyburg aufsuchten, zu betreuen. Es muß mangels Urkunden angenommen werden, daß der Vorgänger des jetzigen Hauses 1673 ebenso wie die Kirche Opfer der französischen Raubkriege wurde. Das Fachwerk des heutigen Hauses ist unzweifelhaft um 1700 entstanden, während der Sockel aus Karbonschiefer wesentlich älter ist.

Der Standort des legendären Petersbrunnens, der der Überlieferung nach 799 von Papst Leo III. geweiht worden sein soll, ist unbekannt. C.F. Möller (S. 34) vermutet 1804, daß dieser Petersbrunnen innerhalb der Wallburg liegt. Daß der "Klosterbrunnen" nicht der legendäre Petersbrunnen sein kann, zeigt sich daran, daß der Klosterbrunnen außerhalb der Wallburg liegt. Für die Wasserversorgung der Wallburg gab es innerhalb der Wallburg genügend Wasserstellen. Dieser Brunnen mit einem aus dem anstehenden Fels ausgehauenen Becken erhält sein Wasser nach Aktenlage und Ausgrabungen aus einem unmittelbar daneben liegenden Brunnen. Durch Untersuchungen wurde festgestellt, daß er von der gleichen Wasserader mit der gleichen Wasserqualität wie der oberhalb gelegene Schultenhofbrunnen gespeist wird. Es ist anzunehmen, daß sein Wasser aus diesen Gründen in der vorreformatorischen Zeit als heilkräftig galt und dadurch nach der Überlieferung Kranke und Gebrechliche durch Bad oder Trinken heilte. Es kann angenommen werden, daß dieser Brunnen eine Wallfahrtstation war und Pilgern und Wallfahrern Anlaß bot, Hohensyburg aufzusuchen.

Ausgrabungen:
1960-62 C. Albrecht, Baurat Sonnenschein,
1968-69 C. Weißgerber.

(Text: † Willi Kuhlmann, Dortmund-Syburg)


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Stand: 3.12.2003