Hohensyburg - Der Schultenhof Übersicht

Schultenhof mit Brunnen und Freigerichtsstätte (6)

Von dem im 11. Jahrh. erwähnten Oberhof, auch Schultenhof genannt, im Reichshof Westhofen sind noch die Kellergewölbe unter der Oberfläche erhalten. Der Oberhof war hier vermutlich bis in das 11. Jh. hinein auch der Königshof. Drei weitere Nebengebäude und eine an die Wälle anlehnende Ummauerung mit Tor konnten 1983-85 archäologisch festgestellt werden. 1850 wird der damalige Besitzer Hermann Henrich Schulte als Gastwirt bezeichnet. Nach dem Brand des Schultenhofes 1886 wurde der Hof als Gastwirtschaft mit landwirtschaftlichen Nebengebäuden auf dem Gelände der heutigen Spielbank neu erbaut.

Der dazugehörige Brunnen, 1984 wiederentdeckt, wurde unter Mithilfe von Mitgliedern des "Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V." gereinigt und untersucht. Laut einem Gutachten ist sein Wasser von hervorragender Trinkwasserqualität, die Gesamthärte des Wassers: 3,2 Grad dGH. Dortmunder Leitungswasser hat im Mittel 8,7 Grad dGH; das heißt, das in diesem Brunnen befindliche Wasser ist qualitativ besser als das Dortmunder Leitungswasser. Durch mehrmaliges Auspumpen konnte der Zufluß von 18 Liter pro Minute im Jahresmittel festgestellt werden.
Den Wiederaufbau des Brunnens übernahm 1985 die Spielbank Hohensyburg.

Hinter dem Brunnen, auf einer Erhöhung im Mittelwall und vor einem schwachen Rund in der Trockenmauer, befand sich eine Freigerichtsstätte (Vemgericht). Bis 1955 stand hier noch ein steinerner Tisch und eine Bank. Sie wurden inkl. eines Restgebäudes (Fachwerkhaus) des Schultenhofes vom damaligen Grundbesitzer, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, entfernt. Heutiger Eigentümer ist die Stadt Dortmund.

Notgrabung bzw. Baubeobachtung: 1983-85 W. Kuhlmann

(Text: † Willi Kuhlmann, Dortmund-Syburg)

Der Schultenbrunnen - April 1999 (Foto: Bernd Zollo)

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Stand: 3.12.2003