Hohensyburg - Die Sächsische Wallburg Übersicht

Sächsische Wallburg (1)

Nach der Überlieferung drangen die Westfalen, ein Stamm der Sachsen, Ende des 7. Jahrh. in dieses Gebiet ein und verdrängten die Brukterer, einen fränkischen Volksstamm.

Es wird vermutet, daß die Wallburg keine reine Fliehburg war, sondern eine Siedlung hatte. Eine Fliehburg war eine Burg, in die Menschen aus der Umgebung mit ihrer ganzen Habe bei Kriegsgefahr flüchteten.
Diese These konnte allerdings bisher mangels Grabungen nicht bestätigt werden. So läßt sich auch die genaue Lage der Eingangstore nur vermuten. Wegen der strategisch günstigen Lage - oberhalb des Zusammenflusses von Ruhr und Lenne - und günstigen Topographie erbauten sie auf dem Sieberg (heute Syberg) eine 14 ha umfassende Wallburg. Der Hauptwall besteht aus einem Trockenmauerkern, der mit Erde aus den vorgelagerten Gräben überschüttet wurde. Auf der Wallkrone standen vermutlich Palisaden.

Wie aus dem Plan ersichtlich, befinden sich außer am Ruhrsteilhang, dessen Bewehrung bis heute nicht einwandfrei ermittelt werden konnte, vor den Hauptwällen auch ein bzw. zwei Vorwälle.

775 wurde, wie uns unter anderem die Lorscher Annalen berichten, die Wallburg durch Karl, den Frankenkönig, erobert.

Vermutungen einiger Wissenschaftler, daß die Wallburg einen älteren (1./2. Jahrh.), kleineren Vorgänger gehabt habe, werden z.Z. untersucht.

Ausgrabungen:
1887 K. Mummenthey,
1893 C. Schuchhardt,
1983-84 Ph. R. Hömberg.

Umwallung Kirche (2)

Zum Schutz des Kirchbereichs (siehe 5) wurde dieser Wall, höchstwahrscheinlich von den Franken, erbaut.

Ausgrabung:
1975 C. Weißgerber, W. Kuhlmann.

Mittelwall (3)

Dieser Wall, mit vorgelagertem Graben, wurde als Vorwehrung zur mittelalterlichen Burg (siehe 7) angelegt. Ein Vorgänger für diesen Wall, der die sächsische Wallburg in Vor- und Hauptburg teilt, konnte bisher nicht festgestellt werden.

Ausgrabung:
Notgrabung vor Spielbankbau 1983 - 85 Ph. R. Hömberg, W. Kuhlmann.

Kammertor (4)

Ein Kammertor besteht aus einer Kammer, die auf zwei gegenüberliegenden Seiten durch Tore gesichert ist. Das Tor war aus anstehendem Ruhrsandstein gebaut und war der Durchlaß im Mittelwall zur Mittelalterlichen Burg.

Ausgrabung:
1893 C. Schuchhardt.

Der mit Steinplatten belegte Weg von Osten - entlang der südlichen Kirchenumwallung - und eine vermutliche Zugbrücke vor dem Tor konnten anläßlich des Parkplatzbaus für die Spielbank festgestellt werden.

Notgrabung und Baubeobachtung:
1983 - 85 W. Kuhlmann.

(Text: † Willi Kuhlmann, Dortmund-Syburg)


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Stand: 15.12.2003